Rezension

Pianistin begeistert mit Bach
Angelika Nebel spielte im Höhr-Grenzhausener Keramikmuseum
Rhein-Zeitung, 15. Oktober 2009


Berühmte Pianisten des 19. und 20. Jahrhunderts reizte es immer wieder, Instrumental- und Vokalwerke Bachs in Klaviermusik umzuarbeiten. Die Frankfurter Pianistin Angelika Nebel gab im Höhr-Grenzhausener Keramikmuseum ein Konzert mit einer reizvollen Auswahl dieser Bach-Transkriptionen.

Die Darstellung verschiedener Orgelregistrierungen bei den Orgelchören gelang der Künstlerin auf dem klangschönen Steinway-Flügel sehr überzeugend: Sie imitierte den Orgelklang durch große Akkordaussetzungen oder Stimmverlegungen auch in entfernte Lagen des Klaviers. Durch den Gebrauch des Pedals versetzte sie die Zuhörer akustisch in eine gotische Kathedrale - so hallte der Klang nach.

Die Arie "Bist du bei mir" wurde durch die Bearbeitung der englischen Pianistin Elinor Warren und der emotionalen Interpretation zum romantischen Klavierstück. Die Sonate in g-Moll für Violine solo erstand neu als Klaviersonate. Dazu hatte ihr der Düsseldorfer Komponist Frank Zabel durch harmonische Ergänzungen, teilweise Hinzufügung einer zweiten Melodiestimme verholfen.

Am Ende des ersten Programmteils erklang das bekannte "Jesu bleibet meine Freude", hier in der Bearbeitung der Pianistin Myra Hess.

Der zweite Programmschwerpunkt des Abends lag auf Joseph Haydn, dessen 200. Todestag in diesem Jahr begangen wird. Aus dessen Klavierwerk hatte Angelika Nebel die Sonaten in c-Moll und e-Moll ausgewählt. Ihre überzeugende Darstellung belohnten die zahlreichen Zuhörer mit begeistertem Beifall.