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Bach durch die Brille: Pianistin Angelika Nebel
KIELER NACHRICHTEN
Michael Struck

Kaum ein Komponist hat Nachgeborene so stark zur Auseinandersetzung gereizt wie "BACH":
So berühmt bestimmte Bearbeitungen - etwa Busonis Transkriptionen von Orgelchorälen oder Myra Hess' Klavierfassung des Kantatensatzes Jesu bleibet meine Freude - auch sind, schlummern in Archiven doch noch massenweise Raritäten.

Die repertoiremutige deutsche Pianistin Angelika Nebel legt bei Ars Musici eine Einspielung von zwölf Werken vor.
In anregender Charaktermischung aus Ruhig-Meditativem und Spielerisch-Bewegtem hören wir da, wie Bach durch die Brillen von (Spät-)Romantik und Moderne gesehen wird.

Den vielfältigen Facetten wird die Pianistin mit luzidem und vitalem Spiel sowie klar konturiertem, nur vereinzelt etwas strengem Klavierton gerecht. Besonders eindrucksvoll: Bearbeitungen von Frank Zabel, Robert Franz und die haarsträubend schwere Transkription des Kantatensatzes Zu Tanze, zu Sprunge (Walter Rummel).