Rezension

Transkriptionen - Bach bleibt hier Bach
Badische Zeitung, 08. Mai 2010
Johannes Adam

Aus dem Untertitel dieser CD spricht, was sympathisch ist, eine gewisse Bescheidenheit: „Neue und wiederentdeckte Annäherungen“ an Johann Sebastian Bach werden da verheißen.

Geboten wird Musik des Thomaskantors – und zwar in Transkriptionen von heute weniger bekannten Arrangeuren. Nachdem man den Barockgroßmeister ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts ja gleichsam neu exponiert hatte, ist es nur zu verständlich, dass man diese Musik dann möglichst nah bei sich haben wollte, aufführbar am Klavier. So erklingen eben diverse Arten einer Annäherung an dieses OEuvre – aus verschiedenen Epochen und von unterschiedlichen Bearbeiter-Temperamenten. Angelika Nebel spielt ausgezeichnet. Die Düsseldorfer Klavierprofessorin unterstreicht bei ihren Interpretationen das Lyrische. Farbig und mit Feingefühl gestaltet sie jene Tonkunst – ob Letztere wie bei Präludium h-Moll BWV 855a zum zarten Nocturne gerät oder sich bei „Zu Tanze zu Sprunge“ volkstümlich gibt.

Bach bleibt hier Bach. Wie schön!